ICO & Shadow of the Colossus Test
Nachtest: Popelige Portierung oder gelungenes HD-Remake?
Da es sich um eine HD-Neuauflage der beiden Spiele handelt beleuchten wir beide in diesem Test zunächst einzeln und vergeben eine Wertung, die wir wiederum im Fazit zu einer Gesamtwertung zusammen ziehen, womit sich dann auch das Finale Testergebnis fest steht.
ICO
Der kleine Protagonist ICO hat ein kleines kosmetisches Problem: ihm wachsen zwei Hörner aus dem Kopf. Da dies kaum den optischen Konventionen seines Volkes entsprechen kann, wird der Kleine in einer Festung eingesperrt. Durch einen glücklichen Umstand kann der kleine ICO jedoch aus seinem Käfig fliehen und trifft in den gewaltigen Mauern auf eine weitere Gefangene namens Yorda, die mehr Licht als Mensch zu sein scheint. Ab diesem Zeitpunkt sind die beiden miteinander verknüpft und versuchen die Flucht aus der Festung. Dabei entsteht eine sehr emotionale Verbindung zwischen Protagonist und Nebencharakter. Als ICO sind wir für das Wohl von Yorda verantwortlich, müssen sie an die Hand nehmen, ihr auf Vorsprünge helfen und die gelegentlich aufkreuzenden Schattenwesen mit einem Stock bekämpfen. Da Yorda komplett hilflos ist hat auch der Spieler bald einen emotionalen Beschützerinstinkt entwickelt, eine Art Verantwortung, die allein durch das Gamedesign hervorgerufen wird. Hier zeigt sich die eigentliche Stärke des Spiels mit teils wirklich minimalistischem Aufwand große Emotionen hervorzurufen und ein Spielerlebnis zu bieten, dass trotz des Alters immer noch zu packen vermag.
Spielerisch ist das Spiel mehr Adventure als Action. Hier und da setzt es zwar Stockkloppe für böse Schattenwesen, die meiste Zeit sind wir jedoch beschäftigt einen Weg nach draußen zu finden. Während ICO dabei als kleine Rampensau vorneweg läuft und über Schluchten springt und schwingt wartet Yorda meist mit sicherem Abstand bis wir ihr eine sichere und komfortable Route als Ausweg bieten. Optisch ist das Spiel sichtbar in die Jahre gekommen, sieht aber im Vergleich zum Original dennoch etwas schärfer aus und die Spiele mit Licht und Schatten kommen weitaus besser zur Geltung. Vor allem die unglaublich große Kulisse im Gegensatz zu den kleinen Protagonisten ist erstaunlich und steuert in HD einiges zu der Atmosphäre des Titels bei. Schade ist allerdings, dass man in der Neuauflage nicht auch Aspekte wie die ungünstige Kamera, die schwammige Steuerung und einige blöde KI-Aussetzer bereinigt hat. Aber letztendlich kann man wohl nicht alles haben.
Fazit: Damals wie heute gilt für ICO das Zertifikat „Außergewöhnlich“. Das muss nicht unbedingt etwas gutes heißen. Spiele wie ICO polarisieren. Was dem einen zu Dröge, zu langweilig und unerfüllt ist, dass erreicht bei dem anderen genau dass was es soll: ein außergewöhnliches Spielgefühl sowohl auf technischer als auch auf Gefühlsebene. Wenn auch optisch in die Jahre gekommen, ICO ist immer noch einen Blick wert! 3-4 Sterne
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