Evolution schafft neue Plattformen
Evolution schafft neue Plattformen
Hätte man Ende der 1990er daran gedacht, dass der neue Trend der Handys – wie Mobiltelefone in Deutschland fälschlicherweise bezeichnet werden - in in Richtung Gaming gehen würde, hätte man beim damaligen Angebot und den technischen Möglichkeiten seiner Zeit müde gelächelt. Heute ist das anders, Bedarf schafft Ideen und diese sorgen wiederum für Weiterentwicklung. Wenn man also merkt, dass primitive Games wie Snake so viele Menschen begeistern, dann erschafft man Möglichkeiten, dieses Konzept zu verbessern. Dies geht zwangsläufig nur durch das Integrieren stärkerer Hardware, die aber auch wieder neue Möglichkeiten für frische Produkte hervorbringt. Ein ewiger Kreislauf, an dessen derzeitigem Punkt wir derzeit stehen und unseren Augen nicht trauen. Wo vor ein paar Jahren gerade mal Game-Boy-Optik möglich war, präsentieren aktuelle Geräte plötzlich Spiele, die mit gestochen scharfer HD-Grafik, einer eindrucksvollen Soundkulisse und umfangreichem Gameplay brillieren. Das alles auf einem Gerät, das sich früher nur zum Telefonieren eignete. Smartphones und Tablets machen es möglich. So staunt man nicht schlecht, wenn einem die Android- und iOS-Version von Dead Space vor Spannung die Nackenhaare aufsteigen lässt, man bei hitzigen Autorennen in Need for Speed: Most Wanted mitfiebert oder sich bei Dead Trigger durch Horden von Zombies ballert. Dabei kommen diese Games ohne reguläre Controller oder Tasten aus. Alles funktioniert bequem über das Touch-Eingabefeld des jeweiligen Gerätes. Die Auswahl deckt so gut wie alle Genres ab und beherbergt neben bekannten Franchises auch etliche neue Titel. Interessant ist dabei vor allem der Preis. Während man für ein durchschnittliches Spiel für den 3DS oder die PS Vita immer noch um die 40 Euro zahlt, bekommt man die meisten Games für Android und iOS schon für um die fünf Euro. Schnäppchen möchte man meinen. Allerdings hat man dafür auch mit einigen Entbehrungen zu leben, wie wir euch nachher noch zeigen werden.
Jetzt schreiben wir hier schon wieder nur von den großen Namen, den üblichen Verdächtigen der Gaming-Industrie. Dabei waren es gar nicht EA oder Rockstar, die diesen Trend vorangetrieben haben. Der Ursprung liegt bei ganz anderen Spielen, die vor allem mit ihren einfachen Konzepten die Massen begeisterten. Snake war seiner Zeit nur der Anfang, aber zeigte auch gleichzeitig, was die Konsumenten wollen: schlichten Zeitvertreib mit Dauerbrenner-Garantie. Fast jeder Zweite hat schon Titel wie Angry Birds, Doodle Jump oder Fruit Ninja gespielt. Einfache Ideen, die mit ihrem zwar repetitiven, aber dennoch fesselndem Gameplay punkten konnten. Mittlerweile hat sich schon ein wahrer Kult um diese und andere Mobilegames entwickelt. Dabei erinnern sie spielerisch eher an Automaten wie Space Invaders oder Asteroids. Es geht darum, ein Level zu absolvieren oder immer wieder den Highscore zu knacken. Immer neue Versionen und Erweiterungen sorgen für unnachlässigen Spielspaß, der seit Jahren begeistert. Ein Hype war geboren, der den Weg für eine neue Generation Games ebnete.
